Typologie cat

Cats and Dogs: Cats

Teil II von der Typologie Cats and dogs. Lese doch zuerst diesen.

Unterschiede ergänzen sich

Wenn man mal die typische Zusammensetzung von Menschen bei Bewerbungsgesprächen betrachtet – also diejenigen, die den Bewerber einladen und kennenlernen wollen. Dann sind oft Positionen von Cats und Dogs vertreten. Einer ist der menschenzugewandte, neugierige, offene Mensch und einer derjenige, dessen Mimik eher starrer wirkt. Stell Dir jetzt vor Du bist der Bewerber: Du wirst eingeladen und Du setzt Dich hin. Du bist guten Mutes, dass Du die Stelle bekommst und beginnst das Gespräch. Sehr wahrscheinlich wird ein wesentlicher Teil mit dem Dog geführt werden. Bei ihm spürst Du Entgegenkommen und miteinander. Bei ihm nimmst Du Rapport wahr. Es ist ein gutes Gespräch. Die Katze nimmst Du wahr, doch wirst Du nicht warm mit ihr. Fast schon guter Bulle – böser Bulle. Doch was besonders spannend ist, wird die Frage sein: Und können Sie sich vorstellen mit mir zu arbeiten?. Wenn Du diese Frage stellst, dann wird plötzlich die Cat interessanter. Es ist als ob man ihr mehr Autorität und mehr Führungskompetenz zuordnet. Sie sind insgesamt glaubwürdiger. So seltsam das auch klingt.

Die Katze will führen

Anscheinend gibt es im Menschen ein Prägung, die Menschen mit einem Cat-Verhalten: starrer, weniger direkten Kontakt, weniger Zunicken, weniger Bewegung, weniger interaktiv. mehr Führungsqualität zuordnet.

Cats können sich gut streiten und scheuen das auch nicht. Es ist in ihren Augen auch nicht schlecht, sich auseinanderzusetzen. Aber ihnen ist auch die Macht wichtig. Also wegen ihrer Kompetenz und Fachlichkeit geachtet zu werden. Sie sind gerne autoritär, auch wenn sie es manchmal selbst nicht so sehen. Doch es bleibt wichtig, wer das Sagen hat. Sie können sich auch gut unterordnen wenn es jemanden gibt, der tatsächlich mehr Macht und Autorität hat.

Leider sagen diese Aspekte nicht unbedingt etwas über die fachliche Qualität dieser Menschen aus und trotzdem fallen diese eine zeitlang in den Unternehmen fast schon von alleine hierarchisch nach oben. Weil man ihnen mehr Verantwortungsbewusstsein und Führungsqualität zutraut. Oft hat man dann jemanden in einer Position, in der es oft nur noch darum geht, die Position zu halten und überhaupt nicht mehr um das Ziel, Unternehmen oder die Menschen die dort arbeiten.

Ich kannte mal eine AWO Führungskraft, der wirksam eine komplette mögliche Fusion ausgesessen hat und damit an die 100 Jobs gefährdete.

Wie mit Cats umgehen?

Wenn Du als Coach, Mitarbeiter oder Trainer mit solchen Katzen zu tun hast, dann zeige ihnen, dass Du das auch kannst. Ein gutes Beispiel ist einer meiner Klienten, der italienische Wurzeln hatte und der perfekte „Dog“ war. Freundlich zugewandt mit Händen und Füßen redend, eloquent und humorvoll. Er wurde von seinem Chef auf eine höhere Stelle empfohlen. Nur musste er sich dort bewerben und vorstellen. Es ging um die Stellung in einer Bank und die Entscheider waren der Reihe durch „Cats“. Mit seiner starken agilen Sprache war er in seinen Bewegungen komplett anders als diese Menschen. Und er ist vorher auch schon mal deswegen in der Rolle abgelehnt worden. Ich trainierte mit ihm zwar authentisch zu bleiben, aber manchen Sätzen auch mit Nachdruck mal die Wichtigkeit dadurch zu definieren, dass er ganz starr dabei blieb. Auch wenn es für ihn schwer war, erschien er jetzt kurzzeitig sehr kompetent und autoritär. Er musste das nicht ständig machen, aber die Wahrnehmung der anderen war, dass er es auch kann und das bracht ihm den gewünschten Posten.

Deine Wahl im richtigen Moment

Man ist nicht immer nur eines. Man hat auch die Wahl. Wenn Du vor eine neue größere Gruppe kommst, dann ist es erst einmal gut als „Cat“ aufzutreten. Sei jemand, der völlig präsent ist.Wie eine Katze vor dem Mauseloch. Wenn Du jedoch mit einer kleineren Gruppe zusammenkommst, dann sei Hund. Du möchtest vielleicht mit dieser Gruppe länger zusammenarbeiten und ihr werdet euch gut kennenlernen. Das ist die Domäne des Miteinanders.

Oder wenn eine Gruppe zu unterschiedlich ist und nicht richtig zusammenarbeitet, dann ist es gut eine „Cat“ zu sein. Das wird für Gruppe in diesem Moment am hilfreichsten sein. Arbeitet die Gruppe jedoch funktional gut zusammen dann sei „Dog“ und genieße es. Zu viel Autorität würde die Struktur stören.

Auch in den meisten höheren hierarchischen Ebenen in Konzernen wirst Du meist „Cats“ finden. Menschen, denen man Verantwortung zutraut und die nicht so leicht abhängig von emotionalen sozialen Themen sind. Zwar wird das oft kritisiert, aber es ist auch eine Qualität, wenn das richtig eingesetzt wird. Die richtige Art und Weise der Kommunikation ist wichtig dabei.

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